Ganztagesklassen

„Der flächendeckende und bedarfsgerechte Ausbau von Ganztagsangeboten in allen Schularten ist ein vorrangiges Ziel der Bayerischen Staatsregierung und stellt einen wesentlichen Beitrag zur zukunftsorientierten Weiterentwicklung des bayerischen Bildungswesens dar. Er ermöglicht nicht nur eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Eltern und Erziehungsberechtigte, sondern trägt auch zu mehr Chancengerechtigkeit und individueller Förderung für die Schüler bei.“

(Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst)

Wie hat sich das Ganztagsangebot an unserer Schule entwickelt und was ist das Ziel?

Die Grundschule Mühldorf bietet seit dem Schuljahr 2010/2011 gebundene Ganztagsklassen an.
Unser Ziel ist es, einen sogenannten „Ganztagszug“ zu errichten. Das bedeutet, dass pro Jahrgangsstufe eine Klasse als Ganztagsklasse geführt wird. Das Zustandekommen eines kompletten Ganztagszuges hat den Vorteil, dass die Kinder der Ganztagsklassen die gesamte Grundschulzeit miteinander verbringen können und ein Klassenwechsel vermieden wird. Erstmalig haben wir im Schuljahr 2014/2015 mit einer Ganztagsklasse der 1. Jahrgangsstufe begonnen.

Was bedeutet „gebundene“ Ganztagsklassen?

Für Grundschulen in Bayern sind Ganztagsklassen in gebundener Form vorgesehen. Das heißt, dass die Kinder einer Ganztagsklasse ein für alle Kinder dieser Klasse verbindliches Programm  erhalten, also daran „gebunden“ sind. Bindend ist auch die Teilnahme am gemeinsamen Mittagessen. Für alle Kinder der Ganztagsklassen gelten zudem die gleichen Unterrichtsschlusszeiten. Während des Schuljahres ist ein Abmelden aus der Ganztagsklasse nicht möglich.

Wie lange bleiben die Ganztagskinder in der Schule?

Der Schultag der Ganztagskinder beginnt (wie für alle Kinder des Schulstandortes Mühldorf) um 07:50 Uhr und endet um 15:30 Uhr, freitags bereits um 12:10 Uhr.

Wie sieht der Schultag einer  Ganztagsklasse aus?

Stundenplan:
Eine Ganztagsklasse erhält die übliche, für ihre Jahrgangsstufe je Fach vorgesehene Anzahl von Unterrichtsstunden. Zudem bekommt die Ganztagsklasse zusätzliche Stunden für Differenzierung, für  Förderung, für Betreuung  und für „Freizeit“- Angebote. Unterrichtsstunden und zusätzliche Stunden wechseln sich im Tagesverlauf ab. Lern-, Erholungs- und Wiederholungsphasen sind über den ganzen Tag verteilt. Ganztagsklassen sind frei vom „45 Min.-Takt“.

Pausen:
Unsere Pausenzeiten sind für alle Klassen die gleichen, so dass Ganztagskinder Gelegenheit haben, soziale Kontakte über ihre Klasse hinaus zu knüpfen. Natürlich kann die Lehrkraft aktuell nach Bedarf die Pausenregelung variieren. Pausen dienen der Bewegung, der Erholung und der Nahrungsaufnahme. Die Bewegung findet bei (fast) jedem Wetter an der frischen Luft statt. Zur Erholung werden den Kindern Rückzugsmöglichkeiten angeboten.

Alle Ganztagskinder erhalten täglich eine warme Mahlzeit (von Montag bis einschließlich Donnerstag). Die Teilnahme an der gemeinsamen Mittagsmahlzeit ist fester Bestandteil der Ganztagsidee und damit verpflichtend. Für zwischendurch bringt das Ganztagskind von daheim eine Brotzeit samt Getränk mit. Zudem erproben wir ein gemeinsames Frühstück innerhalb der Klassengemeinschaft.

Wie steht es mit den Hausaufgaben?

Es gibt keine Hausaufgaben. Schriftliches wird in der Schule erledigt und ebenso der größte Teil mündlicher Übungen. Aber: Tägliches Lesen daheim ist nötig. Auch kann es im Einzelfall empfohlen werden, dass ein Kind versäumte Aufgaben nachholt. Generell jedoch gilt: Schriftliche Hausaufgaben, nein!

Wie steht es mit Freizeitbeschäftigungen und Terminen?

Fußballtraining, Klavierstunden, Verabredungen und der Zahnspangentermin … müssen von Montag bis Donnerstag auf die Zeit nach 15:30 Uhr gelegt werden. Die Ganztagsidee lebt vom verlässlichen Zusammenhalt aller Kinder. Zudem bieten wir den Kindern schon in der Schule ein Freizeitprogramm.
Da Ganztagskinder ohne größere schulische Pflichten am Nachmittag nach Hause kommen, bleibt Etliches an freier Zeit.

Welche zusätzlichen Angebote bietet die Schule?

Wir haben aktuell folgende Angebote:

  • Reiten
  • Schach
  • Ballett
  • Spiel und Sport
  • Golf
  • Trommeln

Die Dauer der Programme ist unterschiedlich. Manche verteilen sich über ein ganzes Schuljahr, andere über mehrere Wochen, wieder andere sind einmalige Aktionen.

In der Vergangenheit fanden (ergänzend zu den oben aufgeführten Angeboten) statt:

  • Inlineskaten
  • Teakwondo
  • Töpfern
  • Meditation
  • Autogenes Training
  • Heimatforscher

Fahren am Nachmittag die Busse?

Ja. Alle sogenannten Buskinder werden am Nachmittag nach Unterrichtsende vom Busparkplatz aus befördert.

Welche Kosten entstehen für die Eltern?

Keine, von schulischer Seite aus. Auch die Freizeitaktivitäten sind für die Kinder kostenlos. Dafür und für Betreuungspersonal erhält die Schule Gelder vom Freistaat Bayern und der Stadt Mühldorf. Für die Eltern wird ausschließlich das Mittagessen mit einem Pauschalbetrag von 50 € monatlich für 10 Monate im Schuljahr berechnet. Die Bezahlung erfolgt nicht über die Schule, sondern direkt an Frau Marrazzo. Sie ist zuständig für die Verpflegung der Ganztags- und Mittagsbetreuungskinder. Sie organisiert den Speiseplan und achtet dabei auf gesunde und ausgewogene Mahlzeiten, die zudem auch bei den Kindern gut „ankommen“.

Benötigen die Kinder eine zusätzliche Ausstattung?

Nein. Die Lernausstattung entspricht der der anderen Klassen. Zudem finden unsere Ganztagskinder vielfältiges Freiarbeitsmaterial und Spielmaterial für drinnen und draußen vor. Da sich die Kinder nach Möglichkeit im Freien aufhalten, sollten sie immer witterungsgemäß angezogen sein.

Wo befinden sich die Ganztagsklassen?

Das Zuhause der Ganztagsklassen ist das sogenannte „Zentralschulhaus“, also das Rückgebäude am Schulstandort Konrad-Adenauer-Straße.
Der 1. Stock gehört den Jahrgangsstufen 1 und 2, der 2. Stock den Jahrgangsstufen 3 und 4. Jede Ganztagsklasse verfügt über 2 Räume: ihr Klassenzimmer und einen zusätzlichen Gruppenraum. Einer der Gruppenräume wurde als sogenanntes „Kinderzimmer“ eingerichtet. Es enthält eine zweite Spielebene, eine Bauecke, eine Leseecke, Möglichkeiten zum Kuscheln und Ruhen … und erinnert an Räume des Kindergartens.
Im Untergeschoß des Ganztagsgebäudes befinden sich der Speisesaal und die Küche, die die Zubereitung frischer Speisen ermöglicht.

Wie ist der erweiterte Tag organisiert?

Ganztagskinder verbringen mehr Zeit in der Schule. Auch wenn es in Wirklichkeit nicht um den ganzen Tag geht, so sind doch wichtige Phasen im Tagesablauf nun in den Schultag integriert.

Das Mittagessen:
Es soll in kleinen Gruppen, in Ruhe und in geregelten Abläufen eingenommen werden. Jede Essensgruppe hat ihre zugeteilten Tische, erkennbar an einer bestimmten Farbe der Tischdecken. Die Tische werden von einem wechselnden Tischdienst vor dem Essen eingedeckt. Jahreszeitlich variierende Tischdekorationen werden von den Kindern selbst hergestellt.
Jedes Kind hat seinen festen Platz. Das Regelwerk beinhaltet:

  • Das Holen von Speisen und Getränken
  • Das Bedienen vom Salatbüffet
  • Das Beginnen und Beenden der Mahlzeit
  • Die Handhabung des Bestecks
  • Den respektvollen Umgang mit Nahrungsmitteln
  • Tischmanieren und Tischgespräche

Durch ein verbindliches und konsequent umgesetztes Regelwerk entstehen Rituale, „in“ denen Kinder sich aufgehoben fühlen. Die Begleitung des Mittagessens übernimmt nach Möglichkeit die Klassenlehrerin. Sie hat den besten Einblick in die Strukturen ihrer Klasse. Für Kind und Lehrkraft bedeutet das, eine gemeinsame Zeit außerhalb des Unterrichts miteinander zu verbringen.

Die Freizeit:
Die Freizeitangebote decken verschiedene Interessen der Kinder ab. Sie werden aus dem künstlerischen, dem musikalischen, dem sportlichen und dem sozialpädagogischen Bereich gewählt. Wir bemühen uns um externe Dozenten, die fachliche Qualifikation mit  pädagogischem Können verbinden. So wird „Reiten“ von zwei Sozialpädagoginnen mit Zusatzausbildung zur therapeutischen Reit-lehrerin erteilt. „Ballett“ wird von einer ausgebildeten Ballett-Lehrerin der Musikschule unterrichtet. Das „Schach“ – Spiel vermittelt der Vorsitzende des Töginger Schachclubs.

Pädagogisches Fachpersonal

Jugendsozialpädagogin (JaS = Jugendsozialarbeit an Schulen):
Eine studierte, erfahrene und sehr engagierte Jugendsozialpädagogin mit etlichen Zusatz-qualifikationen unterstützt das Zusammenleben in der Klassengemeinschaft z.B. durch soziales Kennenlern-Training, durch frühes positives Einwirken auf die Klassenatmosphäre, durch Vermittlung von Lernstrategien …

Erzieherin:
Eine ausgebildete, erfahrene und sehr engagierte Erzieherin mit etlichen Zusatzquali-fikationen begleitet die Ganztagsklassen sowohl in Lern- als auch in Erholungsphasen. Sie unterstützt unter anderem während des Unterrichts die Lehrkraft, manchmal gemeinsam in der Klasse, manchmal durch Betreuung weniger Kinder im Gruppenraum. Die Tätigkeit der Erzieherin ist vorrangig eine erziehliche. Sie „kümmert“ sich. Das ist gerade für die Erstklässler von großer Wichtigkeit.

Die Beschäftigung einer Sozialpädagogin und einer Erzieherin ist ganz außergewöhnlich und besonders wertvoll.

Die Lehrkräfte im Ganztag stehen mit Überzeugung und Professionalität hinter dem Modell „Ganztag“. Sie investieren viel Zeit und zusätzliche Arbeit in das Gelingen der Idee.

Hält mein Kind die lange Zeit aus?

Wir meinen: ja. Die Abwechslung im Tagesablauf zwischen Lern- und Erholungsphasen und ganz besonders die große menschliche Zuwendung machen Ihr Kind stark für den Tag. Bedenken Sie auch, dass die meisten Kinder schon im Kindergarten ganztags betreut wurden.

Wie kommt Ihr Kind in eine Ganztagsklasse?

Wir ermitteln jährlich den Bedarf an Ganztagsplätzen. Interessierte Eltern erhalten ein Antragsformular. Liegt dieses ausgefüllt der Schulleitung vor, so ergeht nach Überprüfung der Aufnahmemöglichkeiten ein Antwortschreiben an die Eltern.
Sollte Ihr Kind eine andere als unsere Grundschule besuchen, so ist – wenn diese keine Ganztagsklasse anbietet – ohne weiteres ein Wechsel an unsere Schule möglich, da in hiermit die Zuordnung nach Schulsprengel entfällt.

Antrag auf Aufnahme in die Ganztagesklasse